Sind englische Muttersprachler bessere Übersetzer?

Diese Frage lässt sich mit einem ganz klaren Ja beantworten, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Zum einen muss der Übersetzer, Dolmetscher selbstverständlich auch die Ausgangs Sprache verstehen und in der sprachlichen Thematik zuhause sein. Ist es eine technische Übersetzung, so ist es zwingend notwendig, dass derjenige der den Text übersetzt, sowohl das technische Vokabular der zu übersetzenden Sprache beherrscht, als auch das technische Vokabular der englischen Sprache. Als weitere Voraussetzung sollte dieser Übersetzer auch in der Lage sein, lesbare Sätze zu formulieren. Denn einfach nur eins zu eins übersetzen geht nicht.

 Diese Meinung teilen sehr viele Menschen, vor allem englische Muttersprachler, die ihre Dienste als Übersetzer anbieten. Jedoch lassen sich die Kompetenzen, die diese Menschen als Grundvoraussetzung für eine gute Übersetzung schon mitbringen, in einer hohen Sprachkompetenz zusammenfassen. Und diese Sprachkompetenz erwirbt man nicht, indem man eine Sprache an einer Universität oder einem anderen Institut, Akademie erwirbt, sondern wenn man in der Lage ist Sprache zu leben. Denn Übersetzungen sind nie Massenware. Einfach Wort für Wort können das dann auch irgendwelche Übersetzungsprogramme erledigen. Jedoch ist das Ergebnis sicherlich all denen bekannt die schon einmal eine Seite von einer Homepage über ein solches Programm haben übersetzen lassen.

Sprachliche Kompetenzen und die Vertrautheit des Übersetzers mit der Sprache, seiner Muttersprache, an sich und dem jeweiligen Fachthema zeichnen einen wirklich guten Übersetzer aus. Sprache lebt auch vom kulturellen Kontext, aus dem sie kommt und muss somit angemessen für die jeweilige Zielgruppe übersetzt werden. Zusätzlich zur fachlich einwandfreien Übersetzung. Und da englische Muttersprachler den kulturellen, sprachlichen Kontext im Detail kennen, viel eher als jemand der einmal ein oder zwei Jahre in einem englischsprachigen Land gelebt hat, liefert der englische Muttersprachler eine qualitativ hochwertigere Übersetzung ab als jemand, der nicht im kulturellen Kontext der englischen Sprache bewandert ist.

Englische Muttersprachler haben auch kein Problem mit der doppelten Bindung eines Übersetzers. Daher gelingt es ihm auch, jeden Text sowohl für die Anforderungen der Zielgruppe und gleichzeitig eine gut erkennbare Rückbindung an den Originaltext zu schaffen. Wichtig ist immer, dass der Übersetzer den zu übersetzenden Text inhaltlich versteht und genauestens über die Ziele des Auftraggebers, die er mit dem Text erreichen will, informiert ist. Auch die individuelle Meinung des Übersetzers spielt hier eine große Rolle.