Wissenwertes über die neue deutsche Rechtschreibung


Was hat das Herz eines Sprachakrobaten gelitten, als die Rechtschreibreform vor Jahren eingeführt wurde, und heute sieht man die Dinge und wundert sich, ob es richtig oder falsch ist. Im TV gibt es Sendungen, die unterhaltend nachforschen, wie stark sich die Reform umgesetzt hat und doch ist es für die ältere Generation verwirrend. Was früher als undenkbar galt, war das Trennen eines Wortes mit einem „st“. Wer hat nicht den Satz „Trenne nie st, denn es tut ihm weh“ im Kopf?

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Image by Sergei Zolkin

 
Die ganzen Regeln sind einem einfacheren Umgang mit der Sprache gewichen. Es wurde nach Sprechsilben getrennt und nun wird nach der Wortzusammensetzung getrennt. Auch drei Konsonanten können aufeinander folgen und es ist sogar richtig. Fiel früher ein Konsonant einfach weg, wenn ein Vokal folgte, schreibt man beispielsweise die Schifffahrt mit drei f. Das Auge muss sich daran gewöhnen, doch für die Kinder und Jugendlichen ist es ganz normal. Die Sprache entwickelt sich weiter und es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre, aber so gravierend, wie es mit der Rechtschreibreform geschehen ist, war kein geschichtlicher Wandel. Die Neuerung dient zum Teil auch einfach nur dazu, die ganzen Fremdworte, die sich im Laufe der Zeit in den deutschen Sprachgebrauch geschlichen haben, zu integrieren und eine vereinfachte Form zu finden. Das Beispiel ist skurril und schaut sehr seltsam aus, doch das „Portemonnaie“, aus dem französischen Sprachraum zu uns gekommen, darf nun auch einfach Portmonee geschrieben werden. Schreiben, wie man es hört.

Doch dient es der Sprache, wenn man Worte, die einen festen Ursprung haben, ebenso „verunstaltet“? Wird es leichter eine Sprache zu lernen, zu schreiben, wenn man nur noch wenige Regeln zu beachten hat? Für die Generation, die es nach der alten Regelung gelernt hat, ist es schwer sich mit den neuen Regeln zu befassen. Doch den Kindern und Jugendlichen, die es bereits neu lernen, ist es eine Vereinfachung der Sprache, da auch antiquierte Regeln fallen. Man muss nicht immer nur die negativen Aspekte einer solchen Änderung hervorheben. Es wird den Kindern die deutsche Sprache wieder einfach gemacht und jemand, der die Sprache als Zweitsprache lernt, hat weniger mit ihr zu kämpfen. Es hieß immer, dass die deutsche Sprache eine schwere Sprache ist, und mit dieser Reform wird einiges vereinfacht. Eine Entwicklung in der Sprache ist immer für die schwer, die das „Alte“ lieb gewonnen haben. Doch sie ist notwendig um den nachfolgenden Generationen eine einfache Möglichkeit der Sprachnutzung zu geben. Sie hört sich ja nicht anders an, sie liest sich nur anders.