Übersetzen von Büchern ins Englische


Das Übersetzen von Büchern ins Englische ist eine ganz besondere Tätigkeit des Übersetzers, die sich mit keiner anderen Sparte dieses vielfältigen Berufs vergleichen lässt.

Die Herausforderung der Buchübersetzung
Es gibt keine größere Herausforderung für einen Übersetzer als die Übersetzung eines Buches von einer in eine andere Sprache. Es lässt sich nicht mit dem Übersetzen von Broschüren und Briefen, Bedienungsanleitungen und Werbetexten jeglicher Art vergleichen. Selbst eine Homepage ist einfacher zu übersetzen als ein Buch, denn hier fließt das Genre Literatur in die Arbeit mit ein. Daher gibt es für das Übersetzen von Büchern auch eine ganz eigene Bezeichnung und es handelt sich dabei um die literarische Übersetzung.


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Image by Alexander Solodukhin

Hoch geehrt und schlecht bezahlt
Wer nun denkt, dass der Übersetzer von Büchern eine gesicherte Existenz vorzuweisen hat, der täuscht sich. Denn diese spezielle und sehr schwierige Arbeit wird leider nicht genügend honoriert. Es handelt sich dabei sogar um die am schlechtesten bezahlte Übersetzungstätigkeit überhaupt, denn mit keiner anderen Art von Übersetzung verdient deren Verfasser weniger als mit dieser. Es handelt sich um eine Nische des weiten Berufsfeldes, das ein Übersetzer bestellen kann. Der Buchübersetzer ist zwar hochgeehrt, doch er wird für diese tolle Arbeit einfach immer noch zu schlecht bezahlt.

Der Übersetzer lebt zwischen zwei Welten
Wenn nun das Geld bei der Übersetzung von Büchern eine eher nachrangig Rolle spielt, was ist der Grund dafür, dass Übersetzer überhaupt in die englische Sprache hinein übersetzen? Während seiner faszinierenden Tätigkeit des Übersetzen eines Buches, lebt der Übersetzer praktisch in zwei Welten, die er versucht, miteinander in Einklang zu bringen. Er denkt und fühlt in zwei Sprachen, die er von Grund auf beherrschen muss. Der Übersetzer eines Buches ins Englische ist ein Individualist mit einer ganz besonderen Begabung.

Buchübersetzer - eine innere Berufung
Er folgt mit dieser Tätigkeit einer inneren Berufung, die ihn bereits in seiner Jugend in einen Bann gezogen hat. Der literarische Übersetzer beherrscht nicht nur sein Handwerk, sondern er lässt auch seinen ganz eigenen Stil in die Übersetzung mit einfließen. Wenn er das erste Buch übersetzt hat, wird ihn diese Passion ein Leben lang nicht mehr loslassen und der literarische Übersetzer ist geboren worden.

Der eigene Stil fließt mit ein
Der Übersetzer wird nun zwar unweigerlich seinen eigenen Stil in die Übersetzung mit einfließen lassen. Das bedeutet aber nicht, dass er vom Thema abweicht, denn er muss sich exakt an den Originaltext halten. Im Vorfeld der eigentlichen Übersetzung befasst er sich daher auch sehr eingehend mit den historischen, politischen und kulturellen Gegebenheiten der jeweiligen Zeit, in der das Buch spielt. Neben der Durchführung dieser obligatorischen Recherchen muss der Übersetzer auch dazu imstande sein, sich in die verschiedenen Charaktere der handelnden Personen hinein zu versetzen. Er verstrickt sich tief in das Buch, um die Tonalität und den ganz speziellen Sprachstil des Verfassers in die englische Sprache transportieren zu können.

Das Eintauchen in eine andere Welt
Der Übersetzer taucht sozusagen in eine ganz andere Welt ein, aus der er erst wieder auftaucht, wenn das gesamte Werk fertig übersetzt ist. Obwohl seine Übersetzer-Tätigkeit nur selten reich honoriert wird, hat sie ihn doch reich gemacht. Er hat seinen Horizont erweitert und er hat damit Erfahrungen von unschätzbarem Wert gemacht. Dies sollte die Branche allerdings nicht davon abhalten, Übersetzern von Büchern endlich das Honorar zu zahlen, das sie eigentlich verdient hätten. Denn jede Übersetzung ist auch ein ganz eigenes Werk, hinter dem unendlich viel Talent, Spiritualität und Können stecken.

Jede Sprache hat ihre ganz eigenen Gesetze
Jede Sprache hat ihre eigenen Gesetze und ihre ganz speziellen Ausdrücke. Viele Begriffe, Ausdrücke und Sprichwörter lassen sich nicht eins zu eins übersetzen. Diese Tatsache bedeutet für den Buchübersetzer einen fortwährenden Balanceakt zwischen nahe am Thema bleibenden Übersetzungen und einer flüssigen Ausdrucksweise. Ein gutes Beispiel dafür liefert der deutsche Ausdruck „Wasser in den Rhein schütten“. Er sagt einem Engländer überhaupt nichts, aber mit dem gleichwertigen Ausdruck „to dig dry holes“ kann er schon eher etwas anfangen. Die Idiome einer Fremdsprache ins Englische zu übersetzen, ohne den Fluss der Erzählung oder die Handlung selbst zu verändern, ist nur ein Aspekt bei der Übersetzung.

Der Übersetzer hält einen Spiegel vor
Für den Buchübersetzer kommt es auch darauf an, dem Leser eine für ihn vielleicht völlig fremde Kultur nahezubringen. Sehr nahe am Original und dennoch in seinem ganz eigenen Stil sieht er sich als Botschafter dieser fremden Kultur und der ganz speziellen Zeit, in der die jeweilige Geschichte spielt. Er übersetzt auch das Klangbild der Sprache mit, das den ganz besonderen Stil des ursprünglichen Verfassers ausmacht und das ihn als Literat ganz besonders akzentuiert. Der Leser muss mit dem übersetzten Werk ein getreues Abbild des Originals wiederfinden. Es spiegelt sich sozusagen in einer anderen Sprache, ohne dass ein Substanzverlust oder eine Veränderung des speziellen Schreibstils des Verfassers geschehen sind.

Belletristische Werke gekonnt übersetzen
Es ist eine wunderbare Welt, in die der Übersetzer da eintaucht und die Bewunderung für sein Tun kennt keine Grenzen. Genau wie bei der Verfassung des Originalwerks gelten bei der Übersetzung alle Grundregeln der Literatur. „Show, don’t tell“ ist eine dieser Grundregeln und sie verdeutlicht die Schwierigkeit, gerade belletristische Werke gekonnt zu übersetzen. Verneigen wir uns vor all den Individualisten, die uns in der Geschichte des geschriebenen Wortes unendlich viel geschenkt haben. Die Welt wäre sehr arm ohne diese Übersetzer aus aller Herren Länder, die Brücken zwischen den verschiedenen Völkern und ihren Kulturen bauen.

Fach- und Sachbücher übersetzen
Neben der Übersetzung von belletristischen Werken beschäftigen sich spezialisierte Buchübersetzer auch mit dem Transferieren von Fach- und Sachbüchern in die englische Sprache. Im Gegensatz zur Übersetzung von belletristischen Werken kommt es beim Fach- und Sachbuch auf Fachkenntnisse und auf sorgfältige Recherchen an. Übersetzungsfehler können sich in diesem Bereich der Buchübersetzung katastrophal auswirken. Dies ist insbesondere bei medizinischen oder technischen Büchern der Fall, wo es auf ganz besondere Genauigkeit bei der Übersetzung ankommt.

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Image by Alexander Solodukhin

Die Übersetzung als politisches Instrument
Nicht überall auf der Welt herrscht Meinungsfreiheit und Demokrtatie, weshalb internationaler Literatur ein ganz besonders hoher Stellenwert zukommt. Literatur ist ein wichtiges Instrument, das bei der Durchsetzung von politischen Zielen eine Rolle spielt. Neben dem gesprochenen Wort kommt dem geschriebenen eine tiefe Bedeutung zu. Bücher können mächtige Werkzeuge sein und der Übersetzer ist sich seiner Verantwortung bewusst. In der Geschichte der Menschheit spielt das Buch eine ganz bedeutende Rolle und auch die Übersetzung ist ein politisches oder kulturpolitisches Instrument. Es ist ein Geschenk an die Menschheit, dass Übersetzer sich mit der Verbreitung internationaler Werke befassen, indem sie diese in andere Sprachen übersetzen. Vielleicht hilft dieser kleine Ausflug in die Buchübersetzung, diese einmal vom Blickwinkel des Übersetzers aus zu sehen.

Quellen: